CSU: Im Konsens für Trasse Haindling-Süd
Informationsveranstaltung zum aktuellen
Sachstand
der Umgehungsstraße fand großes Interesse –
Drei Bürgerinitiativen lieferten sich harte Wortgefechte

Mit bewundernswerter Geduld und sachlich
fundierten Aussagen bemühten
sich die Referenten der CSU, die Gegner der Trasse Haindling Süd zum
Umdenken zu bewegen: v. l. Stadtrat Josef Feiertag, MdL Josef Zellmeier,
Fraktionssprecher der CSU Herbert Lichtinger und 2. Bürgermeister
Erwin Kammermeier jun.
Hirschling/Geiselhöring. (hs)
Die Bürgerinitiativen Umgehungsstraße Hirschling, Hainsbach und Geiselhöring
waren neben anderen interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Einladung der
CSU-Stadtratsfraktion zur Informationsveranstaltung über den aktuellen
Planungsstand der Umgehungsstraße am Montagabend in das Vereinsheim des FC
Vorwärts Hirschling gefolgt.
MdL Josef Zellmeier, 2.
Bürgermeister Erwin Kammermeier und Fraktionssprecher Herbert Lichtinger
gaben in kurzen Berichten Auskunft über den aktuellen Planungsstand und
erläuterten die bei der letzten Stadtratssitzung abgegebenen Sachberichte
des Straßenbauamtes Deggendorf. In diesem Zusammenhang äußerten 2.
Bürgermeister Erwin Kammermeier und Fraktionssprecher Herbert
Lichtinger harte Kritik an den Pressemeldungen und aktuellen Aktionen von
Seiten der Geiselhöringer Bürgerinitiative, mit denen den Bürgern die
Planung eines engen Südrings vermittelt werden solle. „Damit wird die letzte
Chance, dass Geiselhöring, Hirschling und Hainsbach in naher Zukunft von der
Verkehrsbelastung befreit wird, endgültig zerstört. Wir stehen zu der
bereits vor Jahren im Stadtrat einstimmig getroffenen Entscheidung gegen
einen engen Südring“, lauteten die Aussagen beider Sprecher.
Der örtliche Stadtrat Josef
Feiertag brachte seine Freude über den guten Besuch der
Informationsveranstaltung, genau so aber auch über die Anwesenheit von
Stadträten aus verschiedenen Fraktionen bei seiner Begrüßung zum Ausdruck.
2. Bürgermeister Erwin Kammermeier sagte zu Beginn seiner Ausführungen, dass
die Trasse Haindling-Süd vom Straßenbauamt momentan so weit geplant sei,
dass sie zügig umgesetzt werden könnte, wenn nicht das Problem mit der
Wiesenweihe wäre. Durch das europaweit geltende Naturschutzgesetz ist das
Straßenbauamt gehalten, eine ökologische Untersuchung des vom Brutgebiet der
Wiesenweihe betroffenen Korridors um Geiselhöring durchzuführen. Sollte
diese Untersuchung das Ergebnis bringen, dass keine zumutbare Alternative
für die Trasse Haindling-Süd gegeben ist, kann die Trasse Haindling-Süd
gebaut werden. „Darauf hoffen wir, denn wir sind der Meinung, dass
Menschenschutz vor Vogelschutz kommen muss“, waren sich alle drei Sprecher
der CSU einig. Kammermeier unterlegte diese Forderung mit den aktuellen
Zahlen der seit 10 Jahren durchgeführten Verkehrszählungen. Danach wurden
bei der letzten Zählung in Geiselhöring, Zählort Straubinger Straße
innerhalb 24 Stunden 5.659 Fahrzeuge, darunter 523 LKWs gezählt. In
Hirschling waren es im gleichen Zeitraum 5.541 KFZs, davon 450 LKWs, am
Ortseingang in Hainsbach 1.774 KFZs (231 LKWs) , in Hainsbach vor Abzweigung
nach Haidersberg 1.338 KFZs (170 LKWs), in Hainsbach Ortsausgang in Richtung
Metting 994 KFZs (180 LKWs). Während der Zuckerrübenabfuhr erhöhte sich die
Zahl der LKWs auf 312. Nach einem Gutachten eines unabhängigen und amtlich
anerkannten Verkehrsgutachtungsbüros und der Aussagen des Straßenbauamtes
bringe nur die Trasse Haindling-Süd die größtmögliche Entlastung. „Deshalb
ist es jetzt an der Zeit, dass alle Kräfte, die eine Verkehrsentlastung für
die betroffenen Orte wollen, im gemeinsamen Konsens zusammenstehen und nicht
mit ständigen Gegenaktionen eine Lösung verhindern. Auf diese Art und Weise
bekommen wir gar nichts“, lautete die ernst gemeinte Warnung Kammermeiers.
MdL Josef Zellmeier erläuterte
den aktuellen Sachstand der Trasse Haindling-Süd, nach dem die ökologische
Untersuchung etwa 2 Jahre dauern werde. Seiner Meinung nach seien sowohl die
Anbindung der Labertalachse mit der B 15 neu, wie auch der Anschluss an die
B 8 notwendig, um auch in Zukunft die Labertalregion wirtschaftlich
konkurrenzfähig zu erhalten. Als erfreuliche Nachricht überbrachte Zellmeier
den Zuhörern, dass seines Wissens nach die stark geschädigte Staatsstraße
zwischen Laberweinting und Sallach nach Pfingsten generalsaniert werde. Er
appellierte an die anwesenden Vertreter der „Bürgerinitiative gegen
Haindling-Süd“ Mehrheitsentscheidungen anzuerkennen.
Herbert Lichtinger,
Fraktionssprecher der Geiselhöringer CSU, beteuerte die Absicht aller seiner
Stadtratskollegen, der Stadt und seinen Dörfern auch in Zukunft die
Möglichkeit zur Um- und Neugestaltung ihrer Ortskerne durch Auslagerung des
Schwerlastverkehrs zu geben. Dabei führte er die Nachbarorte Schierling und
Langquaid als positive Beispiele für Belebung ihrer Ortskerne an.
In der sich nun anschließenden
regen Diskussion wurden von Anliegern der Wohnsiedlungen, die vom engen
Südring betroffen wären, deren Ängste vorgebracht. Genau verteidigten aber
auch die Mitglieder des Vogelschutzbundes die im Naturschutzrecht
verankerten Gesetze und Regelungen im Rahmen von Straßenbauten. Von
Vertretern der Hainsbacher Bürgerinitiative wurde das sture Festhalten des
früheren Geiselhöringer Bürgermeisters an seiner „Regionaltrasse“ beklagt,
da dadurch wertvolle Zeit im Bemühen um eine Fertigstellung der bereits vor
10 Jahren begonnenen und mit großen finanziellen Vorleistungen der Stadt
ermöglichten beiden Teilabschnitte der Umgehungsstraße Geiselhöring verloren
gegangen sei.
Als Hausherr des
Versammlungsortes bedankte sich Stadtrat Josef Feiertag bei allen,
Referenten wie Zuhörern, für ihre Informationen und Beiträge zur Diskussion
und motivierte vor allem die Gegenseite zum Umdenken, womit man den
berechtigten Anliegen der Gesamtheit der Bevölkerung gerecht werden könnte.
Bericht und Foto: Otto und
Helene Strasser, Allgemeine Laber-Zeitung.