Der
Haushalt im Großen und im Kleinen
Familienministerin
Haderthauer beim CSU-Bockbierfest
Leere Kassen Singspiel-Thema

Nichts mehr zu lachen hatte die "gnädige
Frau" (Anna Erl,
links) an der Tankstelle: Die drei Freunde Harry (Herbert
Lichtinger), Bernhard (Paul Lampert) und Erwin (Monika Stadler,
von links) ließen sie abblitzen.

Christine Haderthauer beim Eintrag ins Goldene
Buch der Stadt.
Mit im Bild von links: Stadtrat Karl Huber, MdB Ernst Hinsken,
Bürgermeister Bernhard Krempl (FW), stellvertretende
CSU-Ortsvorsitzende Beate Drexler, JU-Kreisvorsitzender Herbert
Lichtinger, FU-Ortsvorsitzende Rosi Baumann, 3. Bürgermeister Harry
Büttner (SPD), 2. Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzender Erwin
Kammermeier sowie Stadtrat Leo Hofmeier, von dem
auch das Bühnenspiel stammte.
Geiselhöring. Mit einem
Scherz ganz schön erschreckt hat die bayerische Familienministerin Christine
Haderthauer die Männer am Samstagabend in Geiselhöring. "Ich will nicht
die Frauen alle wieder in den Haushalt schicken", sagte sie beim
Bockbierfest der CSU vor 500 Zuhörern im voll besetzten Saal des
Geiselhöringer Hofes, ließ eine Kunstpause folgen und hängte an: "Aber
die Männer." Nach diesem Kniff war ihr die Aufmerksamkeit sicher, als
sie - nun ernsthaft - über ihre Vorstellungen von einer Gesellschaft sprach,
die Menschen mit Kindern eine Wahl gibt, wie sie Familie leben möchten.
"Es wollen vielleicht nicht
alle schon ein Jahr nach der Geburt eines Kindes wieder arbeiten", sagte
die Ministerin. Ab 2013 werde für Kinder ab dem ersten Geburtstag ein
Krippenplatz zur Verfügung stehen, aber "wenn die, die ihr Kind mit
einem Jahr nicht in die Krippe geben, dann in Rechtfertigungsdruck kommen,
dann läuft etwas falsch." Es liege an den Eltern, dass Bildung gelinge
und Kinder zu gesunden Persönlichkeiten reiften. Der Appell der Ministerin:
"Wir müssen aufhören, Familienentwürfe gegeneinander
auszuspielen."
Für Demokratie etwas tun
Haderthauer ließ ihren eigenen
Kompromiss zwischen Familie und Beruf an diesem Abend so aussehen, dass sie
sich zwar noch die Fastenpredigt von Bußprediger Hans Bauer anhörte, jedoch
vor dem Singspiel nach Hause aufbrach. Ihrer eigenen Rede genügte eine
kompakte halbe Stunde. Sie schlug darin einen Bogen von der Landwirtschaft
über Familienpolitik und Integrationsfragen bis hin zur Bedeutung des
Ehrenamtes, gerade auch in der Politik: "Unsere Demokratie lebt davon,
dass wir nicht auf dem Sofa sitzen und schimpfen, sondern uns politisch
engagieren."
Politisch noch einiges zu lernen
haben in ihren Augen freilich Vertreter anderer Parteien. Westerwelle riet
sie, das Thema Türkei und EU tief in der Schublade zu versenken und
"erst einmal mit uns zu lösen, was in Griechenland los ist". SPD
und die Grünen? Die sähen "überall nur Leute mit Problemen, um die sie
sich kümmern." Dabei würden jene vergessen, "die das
erwirtschaften, was die Sozis verteilen wollen." Lasse man diese Leute
permanent im Regen stehen, verabschiedeten sie sich aber von der Politik.
Haderthauer gab zu Bedenken, wie
junge Eltern sich wohl fühlten, wenn sie Gutscheine statt Geld bekämen,
"während wir Gutscheine fürs Essen der Asylbewerber für unzumutbar
halten". Oder was die vielen perfekt integrierten Menschen aus anderen
Ländern dächten, wenn ständig von Problemen durch "Menschen mit
Migrationshintergrund" die Rede sei. Für die kleine Gruppe, die wirklich
Probleme mache, habe hingegen zu gelten: "Wer nicht bereit ist, unsere
Traditionen, Werte und die Verfassung zu respektieren, zu akzeptieren und
einzuhalten, der muss nicht unbedingt in Deutschland leben."
Finanzielle Probleme
Mit Blick aufs volle Programm
fassten sich Haderthauers Vorredner extrem kurz. CSU-Ortsvorsitzender und 2.
Bürgermeister Erwin Kammermeier wies auf klamme Finanzen hin, die unter
anderem die Museumspläne in Frage stellen. MdB Ernst Hinsken sprach von
"einprägsamen Geiselhöringer Festen", die hoffentlich, wenn auch
in anderer Form, weiterbestünden.
Und was sagte "Bruder
Hans" zum Hiendlmeierhof? - Vielleicht schlage da im Sommer ja der Blitz
ein, wenn die Geiselhöringer Feuerwehr gerade als Patenverein in Straubing
weilt ... Ansonsten ist bei leerem Stadtsäckel Kreativität gefragt: Bei
Streugutmangel kratze die Maria Reicheneder, bevor der Bauhof Brotzeit macht,
das Salz von den Brezen. Und Splitt werde zur Wiederverwendung mit den
Kaugummis am Bürgersteig gebunden, dann fülle man die Schlaglöcher damit.
Drei gute Freunde
Das gute Klima im Stadtrat war
erneut Thema - auch im Singspiel "Die drei von der Tankstelle".
Darin beschworen die drei Chefs ihre Freundschaft. Die Tankstelle - nur für
BMW und mit Blumenfeld daneben - soll das Geld bringen, dass der Stadt fehlt.
Gratis-Service für ehemalige "Freunde"? Ist gestrichen.
Über dieses Spiel konnten auch
die porträtierten Bürgermeister der anderen Parteien lachen, und so fanden
sich wie beim Nockherberg zum Abschluss alle mit ihren Alter Egos auf der
Bühne ein. Dann übernahm die Geiselhöringer Stadtkapelle so schmissig, dass
sie nicht ohne etliche Zugaben von der Bühne kam.
Die besten Sprüch:
-
Wenn Leute kommen, die
wahnsinnig meckern, guck ich mir an, ob einer da was Gescheites sagt. Wenn
er was Gescheites sagt, hol ich den CSU-Mitgliedsantrag raus, wenn er ganz
daneben ist, schick ich ihn zu den Linken.
(Christine Haderthauer über Besserwisser)
-
Es ist leicht, an Pudding
an d´Wand zum nageln, wia von am Freier Wähla a klare Aussage zu kriagn.
Seids eatz für oder gegen d´Umgehungsstrass? Eia Chef is im Stadtrat
dafür, und danach lasst er sich mit de Gegener in der Zeitung abbuidln.
(Bruder Hans)
-
Habts ihr jetzt
vielleicht gwett, wer de verlorenen Kilo als Erster wieda drauf hod? So
aussagfressn wia de Buagemoasta Krempl und Kammermeier sand, merkt ma gar
ned, dass unser Stadt koa Pulver mehr hat.
(Bruder Hans)
-
De Bam an der Strass g´hern
weg, und wenn der Pannermayr vo Straubing des ned bald einsieht, dann bau
ma doch einfach a Regenrückhaltebecken hi und wart ma, bis se der Biber
ansiedelt. Der erledigt des dann.
(Bruder Hans)
Bericht: Andrea Prechtl,
Allgemeine Laberzeitung, 08. März 2010.