Finanzminister
und Fastenspiel geißeln Raffgier
Alle drei Bürgermeister
bei Bockbierfest der CSU -
"Bruder Hans" neuer Fastenprediger
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Geiselhöring. Drei
Geiselhöringer Bürgermeister von drei verschiedenen Partein friedlich
vereint: Das gab´s beim Bockbierfest der CSU bisher noch nicht. Dass
solche Zustände einem anderen wie "Das End vom Paradies"
vorkommen mögen, darum ging es im Bühnenspiel. Andere Zeiten sind
angebrochen, weswegen sich der Gastredner, der bayerische Finanzminister
Georg Fahrenschon, auch ins Goldene Buch eintragen durfte. Ebenfalls
gewechselt hat der Fastenprediger: Statt Pater Leonidas las Hans Bauer als
Bruder Hans der Prominenz die Leviten, der dem Finanzminister die
"Känguru-Methode" erklärte: "Des is, wenn ma mit leerem
Beutel große Sprüng macht".
Er wies auch darauf hin, dass
der Minister mit dem Dienstwagen da war, da ihm Zugfahren bestimmt nicht
gefalle. "Weil´s vor der Abfahrt allerweil heißt ´bitte
zurücktreten´- und Sie woll´n ja ned des gleiche Schicksal erleiden wie
eahna Vorgänger Huber."
Krempls "sieben
Zwerge"
Im Stadtrat gehe es "nicht
mehr zu wie im Nahen Osten", bloss habe der Bauhofchef im Sitzungssaal
stärkere Glühbirnen einschrauben müssen, "so finster is´worn, weil da
iatzt 15 Schwarze drinhockan." Und Bernhard Krempl "mit seinen
sieben Zwergen" könne auch kein falsches Schneewittchen mehr helfen.
Tosender Applaus gab es bei der Anmerkung, die Rathaus-Putzfrau habe jetzt
viel mehr Arbeit, weil der alte Bürgermeister alles selber abgestaubt und die
zweite Bürgermeisterin alles unter den Teppich gekehrt habe. Ein
Zusammenspiel anderer Art diente Bruder Hans dann den jetztigen
Bürgermeistern Krempl und Kammermeier an: ein Wettfasten für einen guten
Zweck. Die beiden spielten mit und schlugen ein.
"Das End vom ist nah - der
Finanzminster ist auch schon da", reimte zu Beginn seiner Rede dann Georg
Fahrenschon, bevor er dem Publikum im voll besetzten Geiselhöringer Hof seine
Vorstellungen davon vermittelte, wie man "in der größten
Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland" wieder
Vertrauen schafft. MdB Ernst Hinsken nannte Fahrenschon in seinem Grußwort
den "Baumeister einer CSU-Finanz- und Wirtschaftspolitik", wie wir
sie brauchen, Geiselhörings 2. Bürgermeister Erwin Kammermeier bezeichnete
ihn als "Schlüsselfigur im bayerischen Kabinett".
"Fleiß statt
Raffgier"
Man sei "gut beraten, die
gute, alte, belastbare soziale Marktwirtschaft wieder zum Leben zu
erwecken", betonte Fahrenschon und verlangte "Augenmaß statt
Größenwahn, Fleiß statt Raffgier, Substanz statt Luftnummern". Er
pries die Leistung des Mittelstandes. Hier engagierten sich Menschen nicht nur
für den eigenen Betrieb, sondern auch für ihre Mitarbeiter. Sie seien
"das Rückgrat der Gesellschaft, die Basis unseres wirtschaftlichen
Erfolges." Entsprechend wichtig sei das Nachverhandeln bei der
Erbschaftssteuer gewesen - damit nicht, um den Staat Steuer zu bezahlen, einen
Kredit aufnehmen muss, "wer Betriebsvermögen erbt und Arbeitsplätze
sichert".
Weiterhin plädierte Fahrenschon
für die komplette Abschaffung der Erbschaftssteuer und Steuersenkungen, damit
Leistung sich wieder lohnt. "Wenn von einem Euro Verdienst weniger als 50
Cent im Geldbeutel ankommen, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir
hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben." Den Menschen "das
hart erarbeitete Geld zu lassen, das ist die beste Konjunkturpolitik".
Als Geschenk erhielt der
Minister Baumann-Spargel aus dem beheizten Feld. Mit leiblichen Genüssen
flüssiger Art bekam es im Spiel dann "Boandlkramer" Annerl Erl zu
tun, die den raffgierigen Bürgermeister ins politische Jenseits befördern
sollte, aber vom Kerschgeist schachmatt gesetzt wurde - was ums Haar auch
Annerl Erl passiert wäre, da Erwin Kammermeier ihr einen echten Kerschgeist
ins erste Glas gemogelt hatte. - Besagten Bürgermeister schickte Petrus
jedoch ohnehin zurück: Wegen einer langen Liste an Verfehlungen kam er ins
"irdische Fegefeuer" - den Bezirkstag.
Die
besten Sprüche und Zitate vom Bockbierfest 2009:
-
Wenn wir in Bayern, das sich
nicht mit Nordrhein-Westfalen vergleichen lässt, anfangen würden, zwei
Milliarden Euro nach Köpfen zu verteilen, dann wäre in Geiselhöring
gerade mal Geld da für die Sanierung der Rathaustoilette
(Georg Fahrenschon zur Verteilung der Mittel aus dem Konjunkturpaket)
-
Seit dem Plenningerspiel hab
i den Eindruck, der Büttner Harrry is der eigentliche Chef von de drei
Bürgermeister. Da hat er nämlich den Krempl zum Sitzabwischen und den
Kammermeier fürn Getränkeservice einteilt, und er hats Kommando gführt.
(Bruder Hans)
-
So vui Presseberichte, wie
der oid Buagamoasta zurzeit schreibt - Herr Hauner, da miassns aufpassn,
dass er Eahne den Job ned wegnimmt.
(Bruder Hans)
Die
schönsten Eindrücke vom Bockbierfest 2009:

Für zünftige Musik sorgte die Stadtkapelle
Geiselhöring
unter der Leitung von Georg Glöbl

Für zünftige Musik sorgte die Stadtkapelle
Geiselhöring

Die Ehrengäste: Finanzminister Fahrenschon,
CSU-Kreisvorsitzender MdB
Ernst Hinsken, CSU-Fraktionsvorsitzender Leo Hofmeier, Kreisrat Karl
Huber (linke Seite), 3. Bürgermeister Harry Büttner, Ehrenbürger BGR
Willibald Hirsch, 1. Bürgermeister Bernhard Krempl, Roswitha
Kammermeier
und 2. Bürgermeister CSU-Vorsitzender Erwin Kammermeier (rechte Seite).

Festredner Finanzminister Georg Fahrenschon

Beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt
Geiselhöring: Finanzminister Georg Fahrenschon (vorne, sitzend) zusammen
mit 1. Bürgermeister Bernhard
Krempl, CSU-Kreisvorsitzender MdB Ernst Hinsken, FU-Vorsitzende
Dr. Rose-Marie Baumann, JU-Kreisvorsitzender Herbert Lichtinger,
CSU-Fraktionsvorsitzender Leo Hofmeier, 3. Bürgermeister Harry Büttner
und 2. Bürgermeister CSU-Vorsitzender Erwin Kammermeier (v.l.n.r.).

Eine glänzende Premiere als Fastenprediger:
Bruder Hans alias Stadtrat Hans Bauer

Bühnenspiel: Burli (Herbert Lichtinger) und
Bürgermeister (Leo Hofmeier)
besprechen künftige Projekte

Der Boandlkramer (Annerl Erl) besucht den
Bürgermeister.

Der Bürgermeister möchte nicht ins politische
Jenseits mitgehen:
Das wäre ja: "Das End vom Paradies"

Der Bürgermeister überredet den Boandlkramer
auf ein Schnapserl ...

... was auch gleich getrunken wird.

Beim Grasoberln verlängert der Bürgermeister
seine Zeit im Rathaus
durch einen Schwindel.

Doch der Boandlkramer kommt zurück um den
Bürgermeister abzuholen ...

... nur mal zum Anschauen fahren sie ins
"politische Jenseits" wo auch
bereits Erwin Huber, Günther Beckstein und
Edmund Stoiber ihre Zeit verbringen.

Auch der ehemalige Stadtpfarrer BGR Willibald
Hirsch schaut
"in Rente" auf "sein Geiselhöring" herunter.

Im politischen Jenseits ist es auch recht
zünftig ...

... doch den Bürgermeister kann Petrus hier
noch nicht brauchen.
Er schickt ihn ins "irdische Fegfeuer":
... in den niederbayerischen Bezirkstag nach Landshut.
Bericht und Bilder:
Laber-Zeitung, 16. März 2009, Andrea Prechtl.