Zurück zur Übersicht

„Stehe für saubere Politik“
Rekordbesuch bei CSU-Versammlung in Geiselhöring

Geiselhöring.  „Ich führe seit 24 Jahren Kommunalwahlkämpfe, aber so ein volles Haus hatten wir in Geiselhöring noch nie“, freute sich CSU-Bürgermeisterkandidat Erwin Kammermeier bei der Wahlversammlung im Gasthof Wild. In der Tat war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt, darunter auch viele Neubürger.

Kammermeier erklärte sich das große Interesse durch den Wechsel, der an der Stadtspitze ansteht. Für die CSU sei klar, dass es um eine Richtungsentscheidung gehe. „Wir wollen einen neuen Stil in der Geiselhöringer Stadtpolitik und kein reines ‚weiter so’“, erklärte der Bürgermeisterkandidat. Es sei ihm ein persönliches Anliegen, dass die Bürger Vertrauen in den Bürgermeister hätten. Das erreiche man durch größtmögliche Beteiligung des Stadtrates und der Bürger in Entscheidungsprozesse. In der Vergangenheit seien aber einige Entscheidungen gefällt worden, die zumindest Fragen aufwerfen. „Ich stehe für eine saubere Politik“, versprach Kammermeier. Er machte klar, dass die Fertigstellung der Umgehung für die Zukunft Geiselhörings existenziell sei. Viele Verbesserungen hingen davon ab. Dies gelte für die Ansiedlung neuer Betriebe, die Vermarktung der Baugebiete und die Neugestaltung des Stadtplatzes. „Wir haben viel Zeit versäumt. Jetzt müssen wir so schnell wie möglich handeln. Andere Gemeinden schlafen nicht“, erläuterte Kammermeier. Der leichte Rückgang der Einwohnerzahl und rückläufige Gewerbesteuereinnahmen sind für ihn ein Alarmsignal. „Die Umgehung ist die wichtigste Infrastrukturmaßnahme für die nächsten Jahrzehnte“. so der Bürgermeisterkandidat. Unmittelbar nach dem Bürgerentscheid habe er sich deshalb mit dem Staatlichen Bauamt in Verbindung gesetzt und Dampf gemacht.

Um Geiselhöring attraktiv für junge Familien zu machen, setze die CSU auf Einheimischen- und Kindermodelle. „50 Quadratmeter Bauland pro Kind können ein guter Anreiz sein“, erklärte Kammermeier. Auch ein Mehrgenerationenhaus könne ein Modellprojekt sein, das die Stadt fördert.

Eine längere Diskussion entbrannte beim Thema Auftragsvergabe durch die Stadt. Ein Besucher der Veranstaltung wollte wissen, warum die CSU die Vergabe des Wärmeliefervertrags für den Bereich Schule-Mehrzweckhalle beanstandet habe. Fraktionssprecher Leo Hofmeier erklärte, dass diese auf rechtswidrige Art und Weise erfolgt sei. Gerade wenn ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen einem Gesellschafter der beauftragten Firma und dem Bürgermeister bestehe, dürfe es aber keinerlei Zweifel an der Rechtmäßigkeit geben. Die CSU sei deshalb ihrer Kontrollfunktion im Stadtrat nachgekommen. Man habe im Übrigen bereits bei der Vergabe vor den möglichen Folgen gewarnt, sei aber leider überstimmt worden, ergänzte Stadtrat Karl Huber.

Der JU-Stadtratskandidat Herbert Lichtinger fügte hinzu, dass auch die Planungen für das EGRU in der Bevölkerung zu Unmut geführt haben: „135.000 Euro sind wohl in den Sand gesetzt und hätten andernorts sinnvoller ausgegeben werden können“.